über...

Das Projekt



Wiederbewaldung auf dem Monte

Im Januar 2021 haben wir mit der ersten großflächigen Aufforstung auf dem Monte begonnen:

Eine 10.000 m² große Fläche soll Wald werden!

Im ersten Pflanzanschnitt konnten wir rund 1.200 Pflänzchen in den Boden bringen.
Wichtiger jedoch wie die Anzahl der gepflanzten Bäumchen ist es für uns, wie viele davon langfristug überleben also die Entwicklung zu Bäumen schaffen und damit in Zukunft auch wirklich gemeinsam zu einem Wald werden!

Die Grundidee für das Vorhaben und die Kooperation mit dem REIF e.V. und der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde ist es, durch die Testfläche bei uns, eine Art Blaupause zu schaffen.
Damit wollen wir für weitere Projekte eine solide Arbeitsgrundlage schaffen, welche vielfach
im Süden der iberischen Halbinsel auf weitere Flächen multipliziert werden kann. 

So sollen noch viele weitere pflanzreiche Jahre auf dem Monte und auf vielen anderen Grundstücken in der Region folgen, die ein nachhaltiges und zusammenhängendes Waldsystem entstehen lassen.

Ohne tatkräftige und finanzielle Unterstützung könnten wir eine Aufforstung in diesem Ausmaß nicht so schnell auf die Beine stellen!
Darum sind wir sehr dankbar für die großzügigen Spenden und helfenden Hände!

Auch Du möchtest dieses Vorhaben unterstützen? Mehr Infos findest Du hier.

Im Folgenden ein paar mehr Details und Infos zur Wiederbewaldung und deren Umsetzung auf dem Monte.

Aufforstung; Wiederbewaldung; Bäume; Pflanzung; Permakultur; Swales

Das Vorgehen

Die ausgewählte Fläche für die Wiederbewaldung ist ein nach Süden ausgerichteter, vergleichsweise stark erosionsgefährdeter, trockener sowie recht steiler Hang.
Dort haben die Zistrosen komplett übernommen und es wächst kaum ein Baum.
Ohne unser Eingreifen würde sich daran erstmal auch nicht viel ändern.

Um Erosion zu verringern, Humus aufzubauen und den neuen Bäumen einen leichteren Start zu geben, haben wir mit der Schubraupe sogenannte "Swales" anlegen lassen.
Swales sind Erdgräben bzw. Erdwellen, welche möglichst ohne Gefälle, also entlang der Höhenlinien im Gelände geformt werden, um Oberflächenwasser zu verlangsamen, aufzufangen und in den Erdkörper einsickern zu lassen. Außerdem lagert sich in ihnen vom Wasser mitgetragene Feinerde sowie organisches Material wie Blattfall etc. ab.

Dieser Eingriff soll Bäumen und Sträuchern an diesem Extremstandort bessere Startbedingungen bieten und gleichzeitig die Möglichkeiten der Humusbildung fördern.
 Dies wiederum wird zukünftig die Wasserhaltefähigkeit und Attraktivität für Waldbäume auf dieser Fläche weiter steigern.

Zwischen den Swales wurden zusätzlich mehrere inselförmige Flächen von Zistrosen befreit und für eine bessere Durchwurzelbarkeit und Sauerstoffversorgung tiefgründig aufgelockert. In diesen Pflanzinseln wurden jeweils zwischen 15-25 Bäumchen und Sträucher gepflanzt.

Der restliche Bewuchs (hauptsächlich hohe Zistrosen) bleibt zunächst als Windschutz und Schattenspender erhalten, bis diese Funnktionen von den gepflanzen Sträuchern und Bäumen übernommen werden.

Im Laufe der Jahre sollen sich die bepflanzten Linien der Swales und die kreisförmigen Pflanzinseln, durch weitere Pflanzungen, aber auch durch natürliche Verbreitung verbinden, sodass nach und nach die gesamte Fläche zu einem zusammenhängenden Wald heranwachsen wird.

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Die Pflanzen

Auf den horizontal verlaufenden Swales und den dazwischen liegenden inselförmigen Gruppen wird eine große Vielfalt an Pflanzen gepflanzt. Nicht nur Pionierbäume und Sträucher sondern bewusst Pflanzen, die möglichst alle Ebenen abdecken - vom Bodendecker über Büsche bis hin zu mittelgroßen und hohen Bäumen, angelehnt an den natürlichen Stufenaufbau eines Waldes.

Von Myrthe (Myrtus communis) zu Mastixstrauch (Pistacia lentiscus) über portugiesische Eiche (Q. faginea ssp broteroi) und Kasuarinen (Casuarina equisetifolia) bis hin zu Korkeiche (Quercus suber). Und natürlich auch Bäume, die etwas für die Tiere bieten wie der westlicher Erdbeerbaum (Arbuto unedo), Johannisbrotbaum (Ceratoria siliquastrum), und Maulbeerbaum (Morus alba und nigra).

Die kleinen Pflänzchen und Baumbabies haben wir sowohl von verschiedenen lokalen Baumschulen als auch selbst aus Samen gezogen. Die Anzucht von eigenen Bäumen wollen wir für weitere Pflanzungen in den kommenden Jahren noch weiter intensivieren - auch um auf eine noch größere Sortenvielfalt zurückgreifen zu können.

Babybäumchen
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Die Starthilfe

Um den Pflanzen ein schnelles Einwurzeln und eine gute Vorbereitung auf den ersten heißen Sommer auf dem Monte zu geben, werden die Pflanzlöcher mit selbst hergestellter Pflanzenkohle angereichert. Diese wurde zuvor mit Flüssigdünger aus Pflanzensud, Urin und Pferdemist mit Nährstoffen aufgeladen und ist demnach nicht nur Dünger, sondern bietet wichtigen Mirkroorganismen ein Zuhause und hilft außerdem Feuchtigkeit zu speichern.

Zudem wurde die Erde unter den Swales vor dem Bau dieser, tiefgründig aufgelockert - so sollen die Wurzeln schneller tief in die Erde eindringen können um bereits bald Anschluss ans Grundwasser zu finden und schon bald unabhängig von einer Bewässerung zu werden.

Als Schutz und zur Unterstützung bekommt ein Großteil der Pflänzchen biologisch abbaubare Pflanzhülsen. Hierzu müssen kleine Holzpfähle in den Boden geschlagen werden, um diese daran zu befestigen. Die Hülsen dienen als Beschattung, Fraßschutz und leiten das insbesonders durch die starken Tag-Nacht Temperaturschwankungen an ihrer Doppelwand entstehende Kondensationswasser zu den kleinen Pflänzchen.

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Nach dem Pflanzen

Nach Abschluss der Pflanzungen haben wir noch Bodendecker und Gründüngung ausgesät, damit der Boden baldmöglichst bewachsen ist und zudem Stickstoff aus der Luft in den Boden eingebracht wird.

Dieser Bewuchs wird zwar im heißen Sommer wieder abtrocknen, aber im besten Fall kommen sie noch zum blühen und sähen sich so in der nächsten Saison von selbst wieder aus.

Aber auch abgetrocknet bilden sie über die Sommermonate bereits eine kleine schützende Mulchschicht, organisches Material für Humusaufbau und natürlich Dünger in Form von Nährstoffen.

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Um unseren vielen neuen Pflänzchen über die ersten beiden trockenen Sommer zu helfen, haben wir viele hundert Meter Schlauch verlegt, verbunden und wegen des steilen Geländes immer wieder gut befestigt (die Schläuche dehnen sich über die warme Zeit am Tag aus und ziehen sich in der Nacht wieder zusammen - beides in Richtung Erdanziehung - und  wandern so bei steilen Hängen erstaunlich schnell ins Tal hinunter) .

Für die darauffolgenden Jahre sollten die Strächer und Bäaume dann tief genug verwurzelt sein um sich selbst mit Wasser versogen zu können. Das aufwändige Bewässerungssystem wollen wir dann für weitere Pflanzabschnitte wiederverwenden.

Bei jedem unserer rund 1.200 neu angekommenen Schützlinge haben wir ein Bewässerungsventil installiert, welches die Wassermenge an die jeweiligen Bedürfnisse der Art und genauem Standort angepasst werden kann.

Das Wasser für die Bewässerung wird aus unserem Stausee von einer Solarpumpe in einen höhergelegenen Tank befördert. Obwohl die Sonne am späten Abend keinen Strom mehr für die Pumpe liefert, ist so dank Gravitationskraft eine Bewässerung weiterhin möglich.

Dadurch müssen wir nicht bei Sonnenschein bewässern oder eine Benzinpumpe verwenden und das Wasser hat über die kühlen Stunden mehr Zeit, möglichst tief in den Boden einzudringen. Außerdem werden Verluste durch Verdunstung minimiert.


Es war wirklich ein besonderer Moment, als nach Tagen anstrengender Installationsarbeiten auf dem inzwischen schon recht trockenen Hang das erste frische Wasser aus dem Schlauch sprudelte. Ein schönes Gefühl von Vitalität und Leben!

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Über die meist komplett regenfreien Sommermonate werden unsere Schützlinge nun alle 4-6 Wochen eine gute Portion Wasser bekommen.

Die Strategie ist: Weniger häufig, dafür jeweils eine größere Wassermenge.
Es soll ja ein stabiler Wald entstehen - wir wollen die Pflanzen nicht verhätscheln, sondern deren Wurzelbildung in die Tiefe unterstützen, damit sie bald auf eigenen gesunden Beinen äh Wurzeln stehen können.

Das gesamte Bewässerungssystem war insgesamt extrem arbeitsaufwändig, jedoch unumgänglich zum Anwurzeln der Pflänzchen und eine möglichst hohen Erfolgsquote. Dieses werden wir für die nächsten geplanten Wiederbewaldungsprojekte jedoch wie gesagt weiterverwenden können und hier die Kosten und den Arbeitsaufwand reduzieren.

Direkt um die gepflanzten Sträucher und Bäume haben wir dann noch mit Heu gemulcht, damit die Feuchtigkeit des Gießwassers möglichst lange im Boden verbleibt und das Bodenleben vor der extremen Sonnenstrahlung im Sommer geschützt ist.

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Aufforstung in Kooperation

Dieses ambitionierte Vorhaben setzen wir gemeinsam mit dem befreundeten Verein REIF e.V. um. 
Dessen Mitglieder haben bereits vor über 20 Jahren auf dem 7 ha Grundstück der "Retumbana nova" mit dem Pflanzen von neuen Bäumen begonnen. Es ist wirklich unglaublich zu sehen, wie positiv sich das Land seitdem entwickelt hat - oder besser gesagt, in harter Arbeit entwickelt wurde - Danke dafür!

Schau Dir hierzu doch die kleine Videodoku über das Projekt an.
Sie vermittelt ein gutes Bild von den zu nehmenden Herausforderungen und den bereits erarbeiteten Erfolgen auf dem Weg zu unserem gemeinsamen Traum von einer wiederbewaldeten Iberischen Halbinsel!

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Ein kleiner Eindruck…

Es ist windig und regnerisch - auf den Hängen sieht man ein paar Menschen in Regenjacken, die Kapuzen tief übers Gesicht gezogen. In den Händen Hacken, Schaufeln, mit Pflanzenkohle gefüllte Zinkeimer, Pflanzpaletten und -töpfe. Viele kleine Bäume und Sträucher, die gerne baldmöglichst in die Erde wollen.

Immer wieder kommunizieren sie mit Rufen miteinander, denn es sind doch oft viele Meter die sie voneinander trennen. Meist arbeiten je zwei Personen in der gleichen Ebene/im gleichen Swale. Einer bereitet alle 2 m ein Pflanzloch vor. Das was wir vorher nur mit Spitzhacke und viel Energieaufwand kannten, geht nun, dank der Auflockerung der Erde in den Swales und dank der Feuchtigkeit des Bodens durch den Regen, vergleichsweise schnell.
Der Zweite bringt aktivierte Pflanzenkohle in das Pflanzloch ein, vermischt diese mit der Erde und pflanzt im Wechsel einen großwüchsigen Baum, einen Strauch, einen kleinwüchsigen Baum, einen Busch, einen großwüchsigen Baum, einen Strauch, einen kleinwüchsigen Baum...

Parallel werden an allen Bäumen Pflanzstäbe eingeschlagen und diese mit biologisch abbaubaren Pflanzhüllen versehen. Diese beschatten, leiten Kondensationswasser zur Pflanze und schützen vor Wind.

Mittags gibt es ein stärkendes und wärmendes Mittagessen und danach geht es wieder in die Swales - weiterpflanzen bis Sonnenuntergang.
So ging es hier auf dem Monte nun einige Wochen zu.

Kaum ein Tag verging ohne Regen, Wind und/oder Wolken. Für viele mag das ungemütlich und wenig einladend klingen. Das trifft auch für uns Menschen zu, doch es ist das perfekte Pflanzwetter. Besser hätten wir es für die Pflanzen nicht treffen können.

Der viele Regen hat nicht nur unseren See fast bis zum Anschlag gefüllt, sondern auch die neugepflanzten Pflänzchen wurden in eine gut durchfeuchtete Erde gesetzt und gleich - ohne Mehraufwand nach dem Pflanzen - eingegossen.

Weniger gut war das Timing der Unterstützung. Durch die zwischenzeitlich sehr verschärfte Situation in Portugal mussten viele Pflanzhelfer ihre Reise nach Portugal absagen und selbst Helfer, die hier vor Ort leben, konnten durch die Ausgangssperren an den Wochenenden nicht kommen.
Trotzdem waren wir ein kleines aber super fleißiges Pflanzteam und haben dennoch so viel mehr wie eigentlich geplant in den Boden gebracht.

Vielen herzlichen Dank an die fleißigen Helfer, die vor Ort waren oder auch mithelfen wollten, aber nicht kommen durften. Der Wille zählt!

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Wie sieht's aus…?!

Nach dem ersten langen und heißen Sommer und einem ungewöhnlich trockenen Herbst, haben wir jedes unserer gut 1.200 Pflänzchen - die wir im Januar/Februar in die neu angelegten Swales gepflanzt haben - besucht.

Dies ist nicht nur interessant für uns, sondern diese Daten und Details werden uns helfen, Schlüsse für künftige Pflanzungen auf dem Monte und auch anderen Grundstücken in der Region zu ziehen.

Mit Stand November 2021, können wir verkünden: Unglaubliche 85 % unserer Schützlinge haben es geschafft!!!

Wir sind mehr als begeistert - 60 % wäre an diesem Standort schon ein großer Erfolg gewesen.
Diese Zahl ist für uns eine grandiose Bestätigung, hatten wir doch zwischendrin mal Zweifel, ob sich der massive Aufwand im Vergleich zu einer "normalen" Pfalnzung wirklich lohnen wird.

Über die kommende Pflanzperiode werden die Ausfälle nachgepflanzt und wir hoffen, dass sich die Bäume weiterhin so positiv entwickeln.

Die weitere Auswertung der Daten bleibt dennoch spannend, so haben wir beispielsweise auch Testpflanzungen, welche mit weniger Aufwand durchgeführt wurden oder ohne zusätzliche Bewässerung auskommen müssen.
Eine abschließende Kosten-Nutzenanalyse steht hier also noch aus und wir freuen uns hier in den kommenden Jahren noch mehr Klarheit zu bekommen.

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